Hohe Fehlzeiten sind ein strategisches Thema und erfolgskritisch

Hohe Fehlzeiten sind nicht nur ein medizinisches Thema, sondern auch ein Hinweis auf die Qualität von Führung, Arbeitsbedingungen und Unternehmenskultur. Häufen sich Abwesenheiten in einzelnen Bereichen, können Überlastung, unklare Prozesse oder eine geringe Bindung an das Unternehmen dahinterstehen. Krankmeldungen sollten deshalb als wichtige Rückmeldung aus der Organisation verstanden werden.

Manuel Fink plädiert für mehr Fehlzeiten-Know-how. Unternehmen messen viele Kennzahlen sehr genau, reagieren bei Auffälligkeiten aber oft nicht konsequent auf steigende Krankenquoten. Wer Daten richtig einordnet und Fehlzeitenmuster erkennt, kann gezielt Maßnahmen entwickeln, Produktivität stärken und die Stabilität des Teams verbessern.

Die R.U.F.®-Methode setzt auf Bewusstsein, Transparenz, regelmäßige Analyse und qualifizierte Gesundheitsfördergespräche. Ziel ist es, Fehlzeiten zu enttabuisieren und Ursachen schrittweise sichtbar zu machen. Führungskräfte sollen erkennen, welche Teams oder Situationen Aufmerksamkeit benötigen und ob eingeleitete Maßnahmen tatsächlich wirken.

Ein gesunder Führungsstil verbindet Leistungsanspruch mit Aufmerksamkeit und Respekt. Besonders nach einer Rückkehr an den Arbeitsplatz kann ein kurzes, wertschätzendes Gespräch viel bewirken. Es geht nicht um Diagnosen, sondern um die Frage, ob Unterstützung nötig ist oder betriebliche Belastungen reduziert werden können. So entsteht Vertrauen – und aus Fehlzeitenmanagement wird ein Wettbewerbsfaktor.