An die Arbeit, Freunde!
Der hohe Krankenstand in Deutschland hat viele Ursachen. Manuel Fink nennt neben den Folgen der Pandemie unter anderem den demografischen Wandel, psychische Belastungen, den Fachkräftemangel und eine genauere Erfassung von Krankmeldungen. Die Vorstellung, Beschäftigte seien grundsätzlich weniger leistungsbereit, greift aus seiner Sicht deshalb zu kurz.
„Krank ist krank“ sei als pauschale Haltung ebenfalls nicht hilfreich. Zwar gibt es Menschen, die sich trotz Arbeitsfähigkeit krankmelden, doch sie seien nicht der Kern des Problems. Entscheidend sei, die konkreten Gründe für Fehlzeiten zu erkennen: Arbeitsbedingungen, Überforderung, mangelnde Bindung, Konflikte oder private Belastungen können ebenso eine Rolle spielen.
Auch der Umgang mit auffälligen Fehlzeiten beeinflusst das Team. Werden missbräuchliche Abwesenheiten ignoriert, kann das leistungsbereite Mitarbeitende frustrieren. Gleichzeitig brauchen tatsächlich Erkrankte Unterstützung statt Misstrauen. Führung muss daher beides leisten: fair hinschauen und verantwortungsvoll handeln.
Einen Karenztag hält Fink nicht für die richtige Antwort. Er würde Menschen mit echter Erkrankung belasten und könnte Präsentismus fördern – also das Arbeiten trotz Krankheit. Das erhöht gesundheitliche Risiken und kann langfristig zu noch längeren Ausfällen führen.
Der wirksamere Weg führt über persönliche Gespräche und ein aktives Fehlzeitenmanagement. Führungskräfte sollten nicht nach Diagnosen fragen, sondern klären, ob Arbeitsumfeld, Aufgabe oder Team eine Rolle gespielt haben. Wer aufmerksam zuhört, Unterstützung anbietet und Missstände konsequent bearbeitet, stärkt Vertrauen, Motivation und die Gesundheit des gesamten Teams.